Tag 4 – Tief durchatmen

Lieber Leser,

Manchmal rege ich mich auf.

Manchmal rege ich mich auf, obwohl mir in dem Moment bewusst ist, dass es ungerechtfertigt ist.

Ich wollte heute für meine Familie Suppe kochen – weil mein Zeitplan es mir eigentlich nur so erlaubt, nachmittags. Vormittags wollte ich mich um die Schulsachen kümmern, die ich schon ein paar Tage aufschiebe. Als ich das mit meiner Mutter abspreche, sagt sie: „Nachmittags würde ich keine Suppe mehr essen.“

Ich rege mich auf. Was von ihr als sinnvoller Einwand hinsichtlich der Uhr- und Essenszeit gemeint ist, interpretiere ich nicht nur als Beleidigung meines Zeitmanagements, sondern auch als Beleidigung meiner Kochkünste und meiner noch nicht mal gekochten Suppe.

Leider weiß ich im gleichen Moment: Sie hat recht.

Also atme ich tief durch.

Und sage: „Gut, dann mittags“ anstelle von „Sag doch gleich, dass du meine Suppe nicht essen willst.“

Ich atme tief durch, und ich konzentriere mich darauf, dass es keine Rolle spielt, ob ich mittags meine Schulsachen erledige, oder nachmittags.

Ich atme tief durch, und ich beschließe, dass es Dinge gibt, die es wert sind, dass man sich darüber aufregt. Dieses gehört nicht dazu.

Ich atme tief durch.

Dann gehe ich Suppe kochen.

Eure Ella

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