Tag 33 – Frustration

Lieber Leser,

Heute haben wir tatsächlich den ersten Monat hinter uns gelegt. Ich bin stolz auf mich und froh, über die Erfahrungen die ich bisher gesammelt habe. Mit Freude werde ich es vortsetzen, obwohl ich mir auch sicher bin, dass ich es irgendwann mal aus bloßer Vergesslichkeit oder Müdigkeit nicht schaffen werde, einen Beitrag zu schreiben.

Aber mal gucken, vielleicht klappt ja doch alles.

Wenn ihr meinen Beitrag von Gestern gelesen habt, dann wundert ihr euch vielleicht, warum der Beitrag erst am Abend kommt.

Wie ihr unschwer erkennen könnt, bin ich nicht auf dem Konzert, von dem ich gestern erzählt habe. Stattdessen sitze ich mit Wärmflasche auf dem Sofa.

Mein Körper hat mir heute einen Strich durch die Rechnung gemacht. Von Anfang an war heute nicht mein Tag. Ich war irgendwie einfach genervt und unzufrieden und habe für mein Gefühl den ganzen Tag nur gemeckert. Und gegen Ende des Schultags ging es dann los: Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Bauchschmerzen, Zittrigkeit… kurz um: ein Endometriose-Schub wie ich ihn kenne, aber nicht liebe.

Es war schlicht unvorstellbar, dass ich heute mehr als drei Minuten stehen sollte. Und so habe ich entschieden, nicht zu dem Konzert zu gehen. Meine Freunde sind jetzt ohne mich dort, immerhin konnte eine weitere Freundin von uns daraufhin mitkommen, weil sie meine Karte übernommen hat. Ich hoffe, sie haben ganz viel Spaß!

Und obwohl ich weiß, dass es für mich absolut die richtige Entscheidung war, ist es in solchen Situationen immer schwierig für mich. Nicht unbedingt wegen der Band, die ich jetzt verpasse, die kannte ich sowieso nicht so gut. Aber der Gedanke, dass meine Freunde jetzt gerade ohne mich Spaß haben während es mir ehrlich gesagt ziemlich dreckig geht, der macht mir zu schaffen.

Und versteht mich nicht falsch, ich will unbedingt, dass sie Spaß haben! Ich wünschte nur, dass ich es manchmal leichter hätte. Ansich habe ich mich ziemlich gut mit meiner Krankheit arrangiert. Ich werde möglicherweise keine Kinder bekommen können. Ich werde darauf achten müssen was ich esse, weil eine falsche Sache einen neuen Schub auslösen kann. Ich werde gut auf meinen Körper achten müssen, auf das, was er mir mitteilt. Aber solche Situationen wie heute wird es wohl mein Leben lang geben: Situationen in denen ich will, aber nicht kann. Und das fällt mir schwer.

Trotzdem oder gerade deswegen bin ich stolz darauf, dass ich dir Entscheidung getroffen habe. Ich liebe meinen Körper. Ich liebe mich selbst, und ich will, dass es mir gut geht – oder zumindest so gut wie möglich.

Und an dieser Stelle muss ich einen riesen Dank an meine Freunde aussprechen, die mir Verständnis zeigen und mir versichern, dass ich nicht nerve, auch wenn ich mir furchtbar anstrengend vorkomme. Ich liebe euch.

Macht es gut und bis Morgen,

Ella Engeli

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