Tag 75 – Putzaktion

Lieber Leser,

Mein Tag heute gestaltete sich anders als ich es mir vorgestellt hatte – und ehrlich gesagt auch gerne gehabt hätte.

Wie ich vielleicht schonmal erzählt habe, leite ich zusammen mit zwei Freunden den Jugendkeller unserer Gemeinde. Auch dieser muss natürlich momentan geschlossen bleiben. Das bedeutet aber auch, dass wir momentan viel Zeit und Platz haben um das zu tun, was nicht klappt, wenn andere Jugendliche da sind: Putzen. Jetzt könnte man natürlich denken: ist doch dumm, putzen klappt doch besser, wenn viele Leute da sind. Das ist zwar logisch, aber – nicht wenn die Leute Jugendliche sind.

Ich bin kein Fan von Jugendlichen-Bashing. Ich finde es unfair, einer ganzen Generation Faulheit, Desinteresse oder Egoismus vorzuwerfen. Aber ich kenne meine Pappenheimer aus dem Jugendkeller. Wenn man spontan an einem Abend ankündigt, dass heute geputzt wird – müssen alle ganz plötzlich los, oder haben spontan einen Zahnarzttermin (um 19 Uhr). Kondigt man es vorher an, kommt erstrecht gar keiner.

Wobei – gar keiner stimmt nicht. Mein Freundeskreis ist insgesamt sehr pflichtbewusst und anständig, deshalb kommen sie alle immer. Dss ehrt sie natürlich, aber frustrierend ist es doch, wenn eigentlich 30 Leute den kugendkeller benutzen, aber immer die gleichen sechs die unangenehmen Aufgaben verrichten.

Außerdem habe ich persönlich das Gefühl, dass es mit mehr Personen auch schwierig ist – man steht sich gegenseitig im Weg und wird schnell abgelenkt.

Deshalb haben wir B-Eltern (Die B ist def Name des Jugendkellers, die „Eltern“ sind wir Leiter) beschlossen, dass jeder von uns sich einen Raum aussucht und diesen komplett putzt. Damit wir Abstand wahren können geht jeder an einem anderen Tag.

Ich war also heute dran, und habe mir die Küche ausgesucht. Unterstützung habe ich mir bei meiner Freundin gesucht, wir treffen uns ja sowieso und ganz alleine ist es doch einsam.

Ich weiß nicht, ob die Küche schlimmer ist als die anderen Räume, jedenfalls kann sie, was bestimmte Fünde angeht, echt eklig sein. Heute habe ich zum Beispiel angebrochene Tomatensoße gefunden, die inzwischen wieder gelebt hat. Außerdem hat die Küche viele Schränke mit viel Inhalt.

Wir haben also gemeinsam alle Schrönke ausgeräumt und die Fächer ausgewischt, die Oberflächen, den Herd, die Spüle, und beide Fenster geputzt, außerdem das Gefrierfach abgetaut, den Kühlschrank ausgeräumt und geputzt und unsere ganzen Lebensmittelvorräte ausgemistet und am Ende noch alles gestaubsaugt und den Müll weggebracht.

Insgesamt haben wir fünf Stunden gebraucht.

Wenn ich mir vorstelle, ich hätte alles alleine machen müssen, ich wäre verzweifelt. Ein bisschen verzweifelt bin ich auch – ich habe meinen Glauben an den Verstand anderer Jugendlichen verloren. Wie kann man Küchengeräte so verdecken lassen? Warum kann man den Sandwichmaker nicht einfach kurz auswischen nachdem man ihn benutzt hat? Wie kommt es dazu, dass Käse überall angetrocknet klebt und im Backofen für alle Ewigkeit einbrennt? Ich verstehe es nicht.

Als ich nach Hause kam, war ich so fertig, das ich zu nichts anderem mehr in der Lage war, außer am Abend noch Let’s Dance zu gucken.

Trotzdem hat es Spaß gemacht und ich muss sagen, dass ich eigentlich gerne putze. Ich finde es einfach sehr befriedigend, wenn alles wieder schön sauber wird.

Ich hoffe, euer Tag war entspannter als meiner und ihr habt ein schönes Wochenende!

Macht es gut,

Eure Ella

1 Kommentar zu „Tag 75 – Putzaktion

  1. Solchen Kummer kenne ich aus meiner Zeit als Direktstudent. Ich musste damals in einem Studentenwohnheim leben und ter Bedingungen, die heute nicht mehr denkbar sind. Um so mehr wöäre es wichtog gewesen, dass sich alle an ein paar Sauebrkeits- und Hygieneregeln halten. Aber Pustekuchen. –

    Ich hatte leider das Pech nur sehr selten nach Hause fahren zuz können (mein Srtudienort war weit weg und es lohnte nicht kurzfristig zu fahren. Außerdem war es eine Geldfrage, denn seimnerzeit und in jenem Land, in dem ich studierte, war es letztlich unmöglich nebenbei zu arbeiten.

    So durfte ich, wenn ich nicht irgendwann an Ekel zugrunde gehen wollte, sehr oft den Dreck (und da war Dreck dabei, das ist nichts zum Weitersagen) der Anderen mit beseitigen. Zum Glück hatte ich oft Hilfe durch meinen Studienkumpel (unsere Freundschaft besteht bis heute), frustrierend war es aber dennoch.

    Liebe Grüße an Dich, liebe Ella! ✨🙂

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