Tag 121 – ein „letztes“ Mal

Lieber Leser,

Morgen schreibe ich die letzte Klausur in diesem Semester.

Das ist ansich schön, aber leider ist es Mathe.

Ich bin nicht grundsätzlich schlecht in Mathe, überhaupt nicht. Wenn ich ein Thema gut verstanden habe, ist es eigentlich kein Problem und insbesondere die Grundlagen verstehe ich eigentlich immer. Leider scheitere ich in Klausuren dann regelmäßig an blöden Anwendungsaufgaben oder ähnlichem. Ich kann auch gar nicht gut Kopfrechnen, und zu meinem großen Übel gibt es in den Mathe-Klausuren immer einen Ohimi-Teil (Ohne Hilfmittel), bei dem also kein Taschenrechner und keine Formelsammlung benutzt werden dürfen.

Ich hoffe gerade einfach nur, dass diese Klausur besser wird als die Mathe-Klausur aus dem letzten Semester. Da hatte ich das Thema ursprünglich richtig gut verstanden und stand mündlich und mit den Tests die wir geschrieben hatten bei 13 oder 14 Punkten, doch in der Klausur habe ich dann 6 Punkte geschrieben. 6! Das ist gerade noch so bestanden!

Ich will nicht, dass das wieder passiert, denn ich muss ja alle vier Semester Mathe in meine Abiturnote einbringen.

Ich versuche jetzt und morgen einfach, die Ruhe zu bewahren und im Kopf zu behalten, dass rückblickend alles viel weniger wichtig ist, als es mir im Moment vorkommt.

„Was kommt, wird gewickelt“, hat meine Urgroßmutter immer gesagt. Das ist, finde ich, eine richtig gute Lebensweisheit. Und ich habe sie jetzt in dieser komischen, stressigen Schulsituation überraschend gut angewandt. Als klar war, dass der Untericht wieder losgeht und dass wir die acht Grundkursklausuren statt in acht Wochen in nur drei schreiben würden, dachte ich ehrlich gesagt, das war’s. Jetzt kann ich mich verabschieden von jeglicher Gelassenheit und Entspanntheit, jeglicher Vernunft und jeglichem rationalen Blick hinsichtlich meiner eigenen Erwartungen an meine Schulleistungen. Es ging mir um Ostern herum so gut, ich war richtig entspannt und psychisch so befreit, wie lange nicht mehr. Aber das war harte Arbeit! Und ich war mir schon sicher, dass all diese Arbeit zunichte gemacht werden würde.

Das ist zum Glück nicht passiert. Ich bin selbst überrascht davon, und ich bin sehr dankbar. Ich habe es überraschend gut geschafft, mich immer nur auf eine Sache zu konzentrieren, also zum Beispiel immer nur für die Klausur zu lernen, die als nächstes dran war und so mir nicht ständig vor Augen zu führen, dass ich teilweise innerhalb von sieben Tagen vier Klausuren geschrieben habe.

Die Klausur morgen wird kommen, und vielleicht wird sie gut, und vielleicht wird sie schlecht. Vor allem wird sie wieder gehen. Und sie wird mir nicht all das kaputt machen, an dem ich so lange gearbeitet habe.

So gut ich die Situation gemeistert habe, so froh bin ich dennoch, wenn die Klausurenepisode hinter mir legt. Danach mache ich drei Kreuze.

Bevor ich mich verabschiede, noch eine Sache – bitte denkt nicht, dass ich mich nicht mit der aktuellen Situation in Amerika und der aktuell sehr stark in den Vordergrund gerückten Rassismus-Debatte beschäftigte/beschäftigen möchte, nur weil ich hier nicht darüber schreibe. Ich beschäftige mich damit, sogar sehr viel. Und ich werde hier noch darüber schreiben, ganz bald. Vielleicht sogar schon Morgen, wenn ich die richtigen Worte finde.

Macht es gut,

Eure Ella

2 Kommentare zu „Tag 121 – ein „letztes“ Mal

  1. Heute früh, bevor ich mit meinem Onlineunterricht begann, habe ich Deinen Eintrag gelesen und ganz sehr an Dich gedacht und Dir alles Gute für die Klausur gewünscht. Hoffentlich hat es ein bisschen geholfen …

    Ganz liebe Grüße, Ella, und eine traumschöne Nacht für Dich! 🙂🌷😴

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    1. bossasswitch 3. Juni 2020 — 23:07

      Es hat geholfen! Es ist überraschend gut gelaufen, viel besser als ich es erwartet habe. Danke🙂 Liebe Grüße!🌿

      Gefällt 1 Person

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