Tag 157 – Enttäuschung

Lieber Leser,

Heute stand ich den ganzen Tag in der Küche. Meine Mutter hat morgen Geburtstag, und meine Schwester hatte wegen der Uni keine Zeit, mit mir zusammen die Kuchen zu backen. Das ist zwar schade, aber ich bin auch gerne alleine in der Küche und werkele vor mich hin.

Als erstes habe ich eine Aida-Torte gebacken. Was in unserer Familie ein fester Bestandteil in der Geburtstagstradition ist, ist für mein Gefühl insgesamt sehr unbekannt: es handelt sich um drei Schokoladen-Tortenböden aufeinander gestapelt, dazwischen eine Schicht Nutella, eine Schicht Marzipan und oben Aprikosenmarmelade. Auf die Marmelade wird dann buntes Obst in einem Muster dekorativ angeordnet. Hier seht ihr mein diesjährige „Werk“:

Anschließend folgte eine Zitronen-Tarte. Das war relativ aufwändig, da die Zitronencreme mit Eiern temperiert werden musste und so weiter. Das Ergebnis war aber echt schön anzusehen, mit einer schönen, glatten und tiefgelben Creme.

Die Betonung liegt hier leider auf „war“.

Denn als die Tarte abgekühlt war, wollte ich sie mit Klarsichtfolie abdecken und in den Kühlschrank stellen. Dabei hat die Folie die Creme berührt – und als ich sie angenommen habe glatt die Hälfte mitgenommen. Ich hätte heulen können. Eigentlich ein Wunder, dass ich es nicht getan habe. In meiner schönen, glatten Creme war nun also ein ungleichmäßiges Loch. Was habe ich mich aufgeregt!

Da hilft nur Deko, dachte ich, und beschloss, Zitronenscheiben zu kandieren und geschickt auf die unschönen Stellen zu legen. Blöd nur, dass mein erster Versuch komplett anbrannte. Ich hatte nur noch eine Zitrone übrig und habe es nochmal versucht – diesmal hat es zum Glück geklappt, aber die Scheiben sind nicht besonders schön und weil es eben nur eine Zitrone war, eben eigentlich nicht genug.

Noch müssen sie aber trocknen, ich werde sie erst morgen platzieren. Dann werde ich mir noch etwas überlegen müssen, damit das ganze wieder ansehnlich wird.

Ich weiß, wichtiger ist es doch, dass es gut schmeckt, und das wird es auf jeden Fall.

Aber es ist ärgerlich, wenn man sich so viel Mühe gibt und etwas so gut meint, und dann geht es nach hinten los.

Inzwischen habe ich aber wieder gute Laune. Mein Bruder ist eben nach Hause gekommen, wegen Corona zum ersten Mal seit fünf Monaten. Es ist so schön, ihn wieder hier zu haben.

Macht es gut,

Eure Ella

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