Tag 171 – Sorgen

Lieber Leser,

Es ist schwierig zu beschreiben, wie es mir heute geht.

Seit der Rückfahrt gestern beginnen wieder meine Sorgen hinsichtlich der Schule, die bald wieder startet.

Ich mache mir Sorgen, dass es mir im dritten Semester (was jetzt kommt) so gegen wird wie im ersten Semester – nämlich, gelinde gesagt, scheiße.

Damals war ich so gestresst, so überfordert, so unzufrieden über meine Leistungen. Es war wirklich nur schlimm, und ich habe in der Zeit sehr gelitten.

Im zweiten Semester ist es besser gewesen. Aber das dritte Semester ist, wie das erste Semester, deutlich kürzer, weshalb sozusagen gleich viel in einer kleineren Zeitspanne geschehen muss. Und das stresst natürlich.

Dass ich Probleme damit habe, realistische Ansprüche an mich und meine schulischen Leistungen zu stellen, ist euch schon bekannt. Ich erwarte sehr viel von mir, und eigentlich mehr, als ich erreichen kann. Ich weiß objektiv, dass Schulnoten nicht besonders aussagekräftig über meine Intelligenz sind. Aber ich weiß auch, dass ich, wenn mein Abitur schlechter wird als das meiner Schwester (und das wird es), mich für immer fragen werde, ob ich dümmer bin als meine Schwester. Und ja, ich weiß, dass solche Vergleiche schwachsinn sind. Aber ich bin eben psychisch gesehen nicht top fit, und ich gehe zur Therapie und ja, es ist schon besser geworden, und es wird wahrscheinlich auch noch besser, oder leichter werden.

Aber momentan stehe ich hier mit meinen Sorgen und fühle mich ganz allein. In meinem Umfeld macht sich sonst niemand solche Gedanken, und mir wird, weil ich eben gut in der Schule bin (wenn auch nicht so gut wie ich gerne wäre) von Anderen das Recht abgesprochen, mit meinen Leistungen unzufrieden zu sein, oder mir Sorgen zu machen. Deshalb rede ich nicht gerne mit Mitschülern darüber. Denn ICH WEIß DOCH, dass ich deutlich besser bin als der Grosteil meiner Mitschüler. Aber was hilft mir das, wenn ich durch Mobbing in der Grundschule und eine ungesunde Tendenz dazu, mich mit meiner Schwester und Anderen zu vergleichen, so unrealistische und ungesunde Ansprüche entwickelt habe? Nichts, außer Scham darüber, dass es mir immer noch nicht besser geht, und das Gefühl, mich anzustellen – schließlich habe ich objektiv gesehen „keinen Grund zur Sorge“.

Heute geht es mir nicht gut. Ich fühle mich überfordert und unverstanden, und ich weiß nicht wohin mit mir.

Ich weiß, dass nicht alle Tage so sein werden. Vielleicht wird das kommende Semester gar nicht so schlimm, wer weiß das schon? Aber jetzt gerade stehe ich hier mit meinen Sorgen und fühle mich allein.

Ich werde jetzt schlafen gehen. Morgen früh wird es mir erstmal besser gehen, das ist immer so.

Macht es gut,

Eure Ella

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