Tag 214 – Seventeen

Lieber Leser,

Heute habe ich ein Lied für euch – Seventeen von der US-Amerikanischen Sängerin Sharon Van Etten..

Zum ersten Mal gehört habe ich das Lied in der Netflix-Serie Sex Education (eine Serie mit nicht nur spannender, tiefgründiger Handlung sondern auch mit einem großartigen Soundtrack), und neulich habe ich es in dem Trailer für den Film Niemals Selten Manchmal Immer gehört, den ich unbedingt gucken möchte.

Eigentlich passt das Lied gut zu dem, was ich gestern geschrieben habe. Ich denke oft an die jüngere Ella und betrachte sie von Außen, und ich weiß, wie schwer sie es hatte, wie verunsichert und hoffnungslos sie war. Und es nimmt mich mit, mich so zu betrachten, weil ich weiß, was noch alles auf die junge Ella zukommen wird, und weil ich die Konsequenzen meiner damaligen Empfindungen heute noch spüre.

Genau das tut auch die Sängerin in dem Lied, mit nur einem Unterschied – sie betrachtet ihr siebzehnjähriges Ich, und ich bin jetzt siebzehn und denke an ein noch jüngeres Mädchen. Und ich komme nicht umhin zu denken, dass ich vielleicht in ein paar Jahren so wie ich es jetzt mit der elfjährigen Ella tue, an die siebzehn Jahre alte Ella denken werde und meine jetzigen Schwierigkeiten und Ängste spüren werde. Denn es geht mir zwar jetzt deutlich besser als mit elf, aber ich habe immer noch große Schwierigkeiten mit meinem Selbstbewusstsein, meiner Sorgenfreiheit und meinen Ansprüchen an mich selbst. Und ich denke gerade, vielleicht werde ich diese Schwieirgkeiten auch nie los. Aber das ist ein Gedanke, den ich so momentan nicht zulassen kann.

Für mich sind die berührendsten Liedzeilen die folgenden:

I know what you’re gonna be

I wish I could show you how much you’ve grown

Denn ich stelle mir die junge Ella vor und denke mir: Ich sehe dich, und ich weiß, womit du zu kämpfen hast. Du hast es nicht leicht – aber es wird besser. Ich weiß, was aus dir wird, und du wirst größer und klüger werden und zu einem Menschen werden, den du selbst gern hast.

Denn es stimmt. Ich mag mich heute an den allermeisten Tagen gerne. Früher konnte ich das nicht.

Vielleicht denke ich so an die kleine Ella zurück, weil ich für mein Gefühl damals von niemandem so richtig in meinem Schmerz wahrgenommen wurde und nicht die Unterstützung bekommen habe, die ich gebraucht hätte. Um Frieden mit mir selbst zu finden, versuche ich jetzt rückwirkend, der kleinen Ella die Aufmerksamkeit, das Mitgefühl und die Liebe zukommen zu lassen, die ich damals gebraucht hätte.

Ein langer Beitrag ist das geworden, und ich hoffe, nicht zu chaotisch. Falls ihr euch das Lied anhören wollt, geht es hier zum Musikvideo.

Macht es gut,

Eure Ella

2 Kommentare zu „Tag 214 – Seventeen

  1. Wowe! Du magst Sharion van Etten! Ich auch!!! –

    Habe sie erst vor gut einem Jahr „entdeckt“. Ich mag viele ihrer Lieder – sie hat so einen eigenen Stil. „Seventeen“ kenne ich auch – meine aktuellen Favoriten sind: „No one’s easy to love“ und „Every time the sun comes up“.

    Magst Du generell gern Indie-Music?

    Ganz liebe Grüße! 🌻

    Gefällt 1 Person

    1. Ehrlich gesagt kenne ich bewusst nur „Seventeen“ von ihr, aber ich werde mir definitiv mehr anhören, insbesondere die, die du vorgeschlagen hast! Mein Musikgeschmack ist generell sehr breit gefächert, es ist einfacher zu sagen, was mir nicht so gefällt als andersherum. Aber Indie ist auf meiner Top-Genre-Liste definitiv weit oben!
      Liebe Grüße zurück!🌿

      Gefällt mir

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