Tag 228 – Schmerzen

Lieber Leser,

Heute war ein schwerer Tag.

Die Schule war ein Kampf. Ich hatte von der ersten Stunde an extreme Bauchschmerzen, so schlimm wie lange nicht mehr. Ich konnte mich absolut nicht konzentrieren, aber ich wollte eigentlich auch nicht nach Haus gehen, denn es war eigentlich kein langer Schultag und außerdem war heute die letzte Bio-Stunde vor der Klausur am Montag. Außerdem gibt es ja nichts richtiges, was mir hilft, auch zu Hause nicht.

Aber nachdem ich mich mehrmals zur Toilette geschleppt habe und dort weinend zusammengebrochen bin, habe ich beschlossen, dass es das alles nicht wert ist. Ich weiß, dass das von außen gesehen (oder gelesen) wahrscheinlich übertrieben oder sehr dramatisch klingt, aber ich schwöre, es war so. Sehr dankbar bin ich einem Mädchen aus meinem Jahrgang mit dem ich ansich nicht besonders viel zutun habe, aber uns verbinden unsere gesundheitlichen Probleme – sie hatte einen gutartigen Hirntumor, und hatte dieses Jahr eine schwere Nierenentzündung. Meine Probleme sind ja ganz anders gelagert und auch viel weniger akut bzw. gefährlich, aber dennoch verbindet so etwas einen einfach, weil es Dinge mit sich bringt, die grundsätzlich gesunde Menschen nicht nachempfinden können. Jedenfalls hatte sie gerade eine Freistunde und hat gesehen, wie ich mich in die Toilette geschleppt habe. Sie ist mir nachgegangen und hat durch die Tür mit mir geredet und gewartet, bis es mir besser ging. Das war so nett! Ich glaube, gerade wenn es einem häufig nicht gut geht, tut man sich schwer, direkt nach Hilfe oder wenigstens Beistand zu fragen. Sie hat mir diese Entscheidung sozusagen abgenommen, und dafür bin ich ihr sehr dankbar.

Danach bin ich dann nach Hause gegangen und habe viel Zeit auf dem Sofa vorm Fernseher verbracht, da wurde es dann nach und nach besser.

Was soll ich sagen? Es war einfach ein Scheißtag. Leider gehören solche Tage zu meiner Normalität dazu. Ich wünschte, dass noch viel mehr Menschen aus meinem Umfeld ein Bewusstsein dafür hätten, dass es mir häufig echt nicht gut geht, weil ich dann weniger das Gefühl hätte, ws verstecken zu müssen oder in Erklärungsnot zu geraten.

Heute bin ich einfach erschöpft. Gestern war es in der Schule ja auch schon so, wenn auch weniger schlimm. Ich hoffe einfach nur, dass es morgen okay ist.

Macht es gut,

Eure Ella

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