Tag 242 – Lesen

Lieber Leser,

Heute habe ich eine Buchreihe fertiggelesen, die ich in den Sommerferien begonnen habe, die Stadtgeschichtenvon Armistead Maupin (allerdings auf Englisch). Die neunteilige Buchreihe beginnt in den Siebziger Jahren und spielt in San Francisco, der letzte Band spielt so ca. 2010. Verfolgt werden Größtenteils die gleichen Personen und ihre Abenteuer im alltäglichen Leben.

Maupin ist ein Künstler der Verwicklungen – ständig tauchen ziemlich unerwartet Personen auf, die man schon kannte – oder der neue Freund der einen Person ist der nette Gynäkologe einer anderen Person, den wir auch schon eine Weile kennen. So zieht sich das durch alle neun Bände, und es wird nie alt. Jedes Mal kann man sich aufs neue freuen und gespannt sein auf die verrückten Ideen, die Maupin dieses Mal hatte. Den verrückt sind die Handlungen teilweise schon – von kannibalistischen Sekten über feministische bzw. chauvinistische Sommercamps, die zur gleichen Zeit an entgegengesetzten Ufern eines Flusses stattfinden, bis hin zu Kreuzfahrten und schwulen englischen Grafen, die Amerikanerinnen für eine Greencard heiraten. Da ein großer Teil der Hauptpersonen selbst schwul ist, spielt irgendwann auch HIV eine große Rolle und legt einen traurigen Schatten über die Handlung. Die Bücher nehmen einen mit auf eine große emotionale Reise – häufig ist es einfach nur lustig und beschwingt und absurd, und dann wird es wieder ganz traurig, oder sehr philosophisch. Denn man wird fast alle Charaktere liebgewinnen, mit ihnen mitfiebern, sich mit ihnen freuen, um sie bangen und teilweise um sie trauern. Für eine Sache bin ich Maupin sehr dankbar – die meisten Personen bekommen ein befriedigendes Ende. Natürlich weiß man nicht alles und jedes über jede einzelne Person, aber die Personen, die einem am wichtigsten werden, kann man am Ende, wenn auch schweren Herzens, gehen lassen, denn man weiß: es ist gut so, wie es ist – sie sind weit gekommen. Und auch Personen, die temporär in Ungnade fallen, bekommen die Chance, es wieder gut zu machen.

Obwohl ich beruhigt und dankbar für das schöne Ende bin, bin ich doch unverhohlen traurig darüber, dass es jetzt vorbei ist. Ich denke, das ist verständlich – ich habe diese Personen vierzig Jahre ihres Lebens begleitet, habe Beziehungen, Ehen, Kinder und Haustiere, Umzüge, politische Dramen und Krankheit mit ihnen durchgemacht.

Selten habe ich so gerne eine neue Buchreihe gelesen. Ich bin meinem Vater sehr dankbar, dass er sie mir empfohlen hat. Und für heute Abend bin ich ein wenig traurig. Aber das ist okay.

Aber morgen werde ich ein neues Buch anfangen – es stehen noch zu viele in meinem Regal, die noch ungelesen sind.

So sieht meine momentane to-be-read Liste aus (auch ungefähr in dieser Reihenfolge):

  • the mermaid’s voice returns in this one von Amanda Lovelace
  • Der Wilde Wald von Tonke Dragt
  • Das Geheimnis des siebten Weges von Tonke Dragt
  • Hildegard’s Lied von Petra Weizel
  • Die Hebamme von Kerstin Cantz
  • A Room of One’s Own von Virginia Woolf
  • Matilda von Astrid Lindgren
  • Ronja Räubertochter von Astrid Lindgren
  • Die Brüder Löwenherz von Astrid Lindgren
  • Igraine Ohnefurcht von Cornelia Funke
  • The perks of being a wallflower von Stephen Chomsky
  • Drei Männer im Schnee von Erich Kästner
  • Wildhexe – Die Feuerprobe von Lene Kaaberbøl
  • Die Forsyte-Saga von John Galsworthy
  • Midnight Sun von Stephenie Meyer

Eine lange Liste, ich weiß – und eine bunte Mischung noch dazu. Naja, mal gucken. Man darf ja noch Ambitionen haben. Kursiv markiert sind die Bücher, die ich noch gar nicht gelesen habe, die anderen habe ich zwar schon gelesen, aber es ist eine ganze Weile her.

Ich hoffe, dass ich wieder mehr zum lesen komme. Ich werde mir definitiv Mühe geben.

Macht es gut,

Eure Ella

2 Kommentare zu „Tag 242 – Lesen

  1. Es ist für mich ein schönes Wissen, dass Du so gern liest. Das macht Dich noch sympathischer. – Mir geht es freilich wie Dir: Ich schaffe nicht annähernd so viel zu lesen, wie ich möchte (derzeit schon gar nicht). – Bücher gehören zum schönsten überhaupt. (In meinem Blog habe ich schon mal eine richtige Liebeserklärung an sie verfasst …)

    Liebe Grüße an Dich und der Wunsch für gaaaaanz viel Lesezeit für Dich! 🙂💗🌹

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    1. Vielen Dank, das ist nett von dir! 💕

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